
Nil Koch
Freier Sprecher
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Mein Ukraine -Tagebuch​​
Kapitel 3 - "Lychakiv"
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Über mich.
Meine Arbeitsweise am Beispiel des Ukraine-Tagebuchs:
Vor Ort führe ich Buch und sammle Eindrücke.
Zu Hause folgt die tiefere Recherche – ich bringe alle Informationen zu Papier und entwickle daraus das Skript.
Der redaktionelle Prozess macht den größten Teil meiner Arbeit aus: überarbeiten, verschiedene Erzählweisen ausprobieren, ins Finetuning gehen.
Dann folgen Aufnahme und die Postproduktion
(Schnitt und Bearbeitung in Audacity/Adobe Audition).
Das Ergebnis sind durchdachte produzierte Audio-Beiträge – journalistisch aufbereitet, persönlich erzählt.
Kontakt
Mein Ukraine - Tagebuch
Von Berlin aus, quer durch Polen, tief in die Nacht hinein – erreiche ich schließlich ein Land,
in dem Krieg seit Februar 2022 Alltag ist:
die Ukraine - Hallo Lwiw.
In dieser ersten Folge meines Ukraine-Tagebuchs nehme ich dich mit auf meine Reise.
Ich beschreibe meine Ankunft in Lwiw, die Atmosphäre am Bahnhof und die ersten Eindrücke in einer Stadt, die weit von der Front entfernt ist, aber dennoch vom Krieg geprägt ist.
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Von den Geräuschen der Stadt geweckt, beginne ich meinen ersten richtigen Morgen in Lwiw.
Ich lerne eine andere Kultur, ein anderes Tempo und ein anderes Lebensgefühl als zu Hause in Deutschland kennen – und doch fühlt es sich überraschend vertraut an.
Ich lasse mich treiben, ohne Plan, ohne Ziel – zwischen Jugendstilfassaden, Flohmärkten und Kirchen.
Überall spüre ich das Leben der Stadt, und doch wird mir immer wieder die Realität des Krieges bewusst.
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Die Sonne steht über Lwiw – ein seltenes Geschenk.
Auf dem Lychakiv-Friedhof gehe ich durch Jahrhunderte Geschichte.
Doch zwischen den alten Grabsteinen öffnet sich plötzlich die harte Realität des Kriegs:
Hunderte Gräber junger Soldaten, jedes einzelne mit einer wehenden ukrainischen Flagge.
Nur ein paar Schritte weiter:
Kinderlachen, ein Fußballplatz.
Leben und Tod stehen hier direkt nebeneinander.
Am Abend sitze ich in einer Rooftop-Bar über den Dächern von Lwiw.
Im Gespräch mit einem jungen Kellner wird mir klar:
Die Menschen hier sind müde – nach über drei Jahren Krieg.
Und doch leben sie weiter, haben sich an einen Alltag gewöhnt, der keiner sein sollte.
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Kapitel 4 folgt – die Reise geht weiter.
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